“SEO-Texte” in 2020: Bitte hört endlich auf damit!

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Ein guter SEO-Text muss zwischen 300 und 500 Wörtern umfassen, eine angemessene Keyword-Density aufweisen und sich an der WDF-IDF-Formel entlanghangeln. Außerdem müssen pro Absatz mindestens 3 Longtail-Keywords erwähnt werden, im Text mindestens 2 interne Links gesetzt werden und damit die Sache auch wirklich läuft, kaufen wir zur Sicherheit noch kurz eine handvoll Backlinks.

Really? 

Nein, bitte nicht. 

Ich will überhaupt nicht anzweifeln, dass Texte ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung sind – im Gegenteil! Aber Texte schreiben, nur damit auf eurer Shop-Kategorie-Seite knapp über dem Footer 300 Wörter über ein bestimmtes Keyword stehen, macht keinen Sinn. Wirklich nicht.

In diesem Artikel soll es also darum gehen, warum “SEO-Text” eigentlich schon vor fünf Jahren zum Unwort des Jahres hätte gewählt werden sollen, wie ein klassischer “SEO-Text” aussieht und wie ihr Texte schreibt, die wirklich Sinn machen und für gute Rankings sorgen.

Negativbeispiel: SEO-Text über SEO-Texte

“SEO-Texte sind natürlich unglaublich wichtig für SEO, also bringt euren Textern unbedingt bei, wie man richtige und gute SEO-Texte schreibt. Erfolgreiche SEO-Texter schreiben nicht nur Texte, sondern benutzen auch SEO-Tools wie Sistrix & Co zum Monitoring und zur Analyse. Ein guter SEO Texter benutzt außerdem die folgende Schritt für Schritt Anleitung für erfolgreiche SEO-Texte: Schritt 1: Erstelle bitte am Anfang deiner Arbeit eine ausführliche Keyword-Recherche mithilfe eines SEO- und Keyword-Tools. Schritt 2: Erstelle deinen SEO-Text. Achte dabei nicht nur auf Keyword-Density und WDF*IDF Werte, sondern unbedingt auch auf die richtige Artikelstruktur und gute Inhalte. Schritt 3: Monitore deine Rankings mithilfe eines SEO-Tools wie Sistrix oder Searchmetrics und optimiere deinen SEO-Text. Funktioniert nicht? Dann solltest du dir unbedingt einen guten SEO-Texter suchen, der deinen nächsten erfolgreichen SEO-Text schreibt und optimiert. Viel Erfolg bei der Suchmaschinenoptimierung für deine Website!”

Mal ehrlich: Hat euch dieser Absatz wirklich irgendwas gesagt? Mit 150 Wörtern liegt der Text zwar unter den so oft empfohlenen 300 Wörtern, die ein guter Text umfassen sollte, aber immerhin kommt achtmal das Wort “SEO-Text” vor, eine “gesunde” Keyword-Density von knapp über 5% also. Sogar auf related Keywords wurde geachtet – und trotzdem ist der obenstehende Text natürlich ein Fall für die Mülltonne. 

Endlich erfolgreiche Texte: Worauf solltet ihr beim Schreiben achten? 

Schreibt nicht für gute SEO, schreibt für eure Nutzer. Ein Tipp, den nicht nur alle guten SEO-Consultants, sondern auch Google selbst gibt. 

Doch was bedeutet eigentlich “für den Nutzer schreiben“? 

Konkret heißt das:

  • Schreibt über Themen, die eure Nutzer interessieren
  • Versucht dabei, die Fragen und Problemstellungen eurer Nutzer bestmöglich zu beantworten
  • Achtet darauf, dass eure Inhalte qualitativ hochwertig und gut recherchiert sind
  • Seid einzigartig und besser als eure Konkurrenz

Achtet ihr auf diese Punkte, seid ihr eigentlich schon auf einem guten Weg. Ganz so einfach ist SEO aber natürlich auch wieder nicht – deswegen folgen jetzt noch ein paar Punkte zu Prozessen, Strukturen, Keywords und eben alles, worauf ich selbst bei der Erstellung von Inhalten wert lege.

Worüber schreibe ich? Keywords, Themen und Entities

2020 geht es in der Suchmaschinenoptimierung nicht mehr primär um Keywords, sondern um Themen und Entitäten. Klingt erstmal merkwürdig, wo es doch die letzten 10 Jahre immer um die richtigen Keywords ging, oder? 

Um das ganze ein bisschen klarer zu machen, starten wir mit einer Begriffsdefinition: 

Keywords

Keywords sind einzelne Wörter (hier unterscheidet man gern noch zwischen Short Tail, Mid Tail und Long Tail Keywords, wobei letztere aus mehreren Wörtern bestehen können), die ein Nutzer potentiell in Google oder eine andere Suchmaschine eingeben würde. 

Themen

Unter “Themen” verstehen wir im SEO das allergleiche wie im “echten Leben” auch 🙂 Der Duden beschreibt den Begriff Thema beispielsweise als “Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung, künstlerischen Darstellung, eines Gesprächs o. Ä.” – in unserem Fall eben einer Landingpage oder eines Artikels.

Entitäten

Bei Entitäten, oder zu englisch Entities, wird es etwas komplexer – hier geht die Richtung weg von einzelnen Wörtern in einem Text und hin zu der Bedeutung im Ganzen. Google beschreibt Entities folgendermaßen: “A thing or concept that is singular, unique, well-defined and distinguishable.” 

Vereinfacht gesagt geht es also darum, einem Objekt (wobei Objekt in dem Fall nicht nur ein physisches Objekt beschreibt, sondern auch ein wichtiges Datum, geschichtliches Ereignis, Person etc.) bestimmte Attribute zuzuweisen.

Veranschaulichen wir das ganze an einem Beispiel: 

entities einfach erklärt

Was hier so einfach aussieht, wird in einer Realität, in der alles irgendwie über viele Ecken mit allem verbunden ist, schnell komplizierter: 

entities im star wars universum

Das Konzept dürfte aber klar sein 🙂 

Worauf soll ich meinen Text denn nun optimieren? 

Hier scheiden sich die Geister – ich persönlich empfehle gern, seine Texte über ein bestimmtes Thema zu schreiben und das Thema umfassend abzudecken. Die richtigen Keywords nutzt man dann beinahe automatisch und auch die wichtigen Zusammenhänge werden in der Regel sinnvoll und ausführlich dargestellt, wenn man ein Thema von allen Seiten beleuchtet. 

Macht eine Keyword-Recherche dann überhaupt noch Sinn? 

Ja, in jedem Fall! Eine ausführliche Keyword-Recherche kann nicht nur dabei helfen, Themen zu finden, die eure Nutzer wirklich interessieren, sondern auch wertvolle Inspirationen und Einblicke darüber geben, was eure Leser eigentlich wollen (Stichwort: Nutzerintention!) und was sie interessiert. 

Wie steht es mit WDF*IDF?

WDF*IDF steht für “Within Document Frequency / Inverse Document Frequency” und beschreibt den Versuch, die Relevanz des eigenen Contents im Vergleich zur Konkurrenz zu gewichten. 

Die Formel ist – sehr vereinfacht gesagt – eine wesentlich komplexere Weiterentwicklung der Keyword Density KPI, die früher gern zu rate gezogen wurde und beschreibt die “optimale” Frequenz bestimmter Keywords innerhalb eines Textes anhand der erfolgreichsten Seiten zu einem bestimmten Thema. 

Klingt kompliziert und theoretisch könnte man mit WDF*IDF problemlos einen eigenen Artikel schreiben. Wichtig ist in unserem Kontext aber nur: Eine WDF*IDF Analyse kann durchaus hilfreich sein und als Inspiration dafür dienen, welche Aspekte eines Themas beleuchtet werden sollen. 

Wie benutze ich meine Keywords am besten? 

Die beste Keyword-Recherche macht keinen Sinn mehr, wenn man sie nicht benutzt. Eigentlich gebe ich ungern Tipps und Anweisungen darüber, wo und wie Keywords benutzt werden sollen, weil man dann schnell zu Keyword-Stuffing neigt.

Dennoch ein paar kurze Tipps: 

  • Versucht, eure Keywords in Überschriften zu integrieren
  • Nutzt eure Keywords in Bild-Beschreibungen und Alternativtexten, aber auch hier: Kein Keyword-Stuffing!
  • Integriert eure Keywords in Meta Title & Description

Bitte behaltet dabei im Hinterkopf, dass ihr für eure Nutzer schreibt, nicht für Google. Heißt: Wenn ihr entscheiden müsst zwischen einer Überschrift ohne Keywords, die dafür gut klingt und einer Überschrift mit Keywords, die so holzig ist, dass sie niemand mehr lesen möchte, entscheidet euch immer für die Variante, die dem User besser gefallen würde!

Wie sieht ein guter Artikel aus? Aufbau, Überschriftenstruktur & Co.

Wer ein Thema allumfänglich behandelt, schreibt unter Umständen schnell mehr als nur 300 Wörter. Da macht es Sinn, sich mit der Artikelstruktur zu beschäftigen – schon allein, um dem Nutzer ein spaßiges Leseerlebnis zu bieten.

Beachtet man ein paar Kleinigkeiten, kommt eine gute Struktur nicht nur dem User, sondern auch euren Rankings zu gute. 

Überschriftenstruktur: H1, H2, H3 – so benutzt ihr sie richtig

Zwischenüberschriften sind der erste wichtige Schritt, wenn es darum geht, einen Artikel sinnvoll zu untergliedern – vergleichbar mit einem Buch und seinen Kapiteln. 

ueberschriftenstruktur in SEO-Texten

Listen, Aufzählungen und Tabellen

… sind super! Zum einen helfen euch Listen und Tabellen dabei, euren Artikel aufzulockern und für den Nutzer lesbarer und schneller greifbar zu machen, zum anderen findet auch Google Listen ziemlich cool. 

Besonderer Pluspunkt: Listen sind sehr beliebt als Featured Snippet – mit etwas Übung schafft ihr es damit also sogar auf die begehrte “Position 0” in den Suchergebnissen und bekommt besondere Aufmerksamkeit in der Google Suche.

Bilder und Grafiken

Ein guter Artikel hat in der Regel nicht nur Text, sondern auch das ein oder andere Bild. Am besten ist es natürlich, wenn ihr hier eure eigenen Bilder nutzt – selbst gemacht & unique ist schließlich immer am besten. 

Weil man nicht immer die Zeit für ein eigenes Shooting und vielleicht auch nicht immer einen Fotografen zur Hand hat, kann man aber durchaus auch auf Stock-Material zurückgreifen. Achtet hier bitte darauf, dass ihr die Bilder ausreichend lizenziert – das ist zwar kein Ranking-Faktor, kann aber ansonsten schnell teuer werden. 

Unabhängig davon, ob ihr eigene Bilder oder Stockfotos nutzt, solltet ihr folgende Dinge bei der Bild-Optimierung beachten: 

  • Bildgrößen: Sehr große Bilder sind nicht selten verantwortlich für langsame Websites. Und langsame Websites mag wirklich niemand. 
  • Alt-Texte: Alternativtexte sind eine einfache Möglichkeit, Google bei der Bilderkennung zu unterstützen. Beschreibt hier einfach in wenigen Worten, was auf eurem Bild zu sehen ist. Nutzt, wenn möglich, euer Haupt-Keyword – aber ohne Keyword-Stuffing!
  • Kontext: Ja, wir lieben Cat Content. Und niedliche Puppy-Pictures. Versucht trotzdem, Bilder zu nutzen, die inhaltlich zu eurem Artikel passen.

Schreibt für eure Nutzer

Schreibt für eure Nutzer, nicht für Google.

Schreibt für eure Nutzer, nicht für Google.

Schreibt für eure Nutzer, nicht für Google. 

Ich glaube, ich hab es im Laufe des Artikels schon ein paar Mal erwähnt – und wahrscheinlich denkt sich jeder, der das hier liest, gerade “natürlich, ich bin doch nicht blöd, was denkt sie sich eigentlich?”

Was so logisch und natürlich klingt, geht bei all den Regeln, Empfehlungen und Best Practices leider oft unter – auch bei mir selbst. In den letzten Jahren hab ich deswegen die “Drei-Schritte-Regel” eingeführt, mit der ich meine eigenen Artikel gegenprüfe: 

Schritt 1: Nach Artikel-Erstellung lese ich mir den kompletten Artikel nochmal als Ganzes durch und prüfe, ob die Struktur in sich logisch ist und ob die Inhalte hilfreich sind. Hierfür nehme ich gern meine Keyword-Recherche vom Anfang zur Hilfe. 

Schritt 2: Bin ich für den Moment zufrieden, lege ich den Artikel beiseite und lasse ihn über Nacht liegen. Am nächsten Morgen prüfe ich ihn nochmals – mit “frischem Auge” fallen mir oft Dinge auf, für die ich am Tag vorher zu “betriebsblind” war.

Schritt 3: Sobald ich zufrieden mit dem Artikel bin, wird der Text per Vier-Augen-Prinzip auf Herz und Nieren geprüft. Dafür bekommen ihn Freunde oder Branchen-Kollegen zum Gegenlesen. 

Wenn alles Feedback eingearbeitet ist und der Artikel stimmig und informativ ist und (hoffentlich) alle Fragen und Nutzer-Wünsche erfüllt, darf er live gehen.

Analyse & Monitoring – fast so wichtig wie der Text selbst

Hey, geschafft! 🙂 

Der Artikel ist nach stundenlanger Arbeit endlich live. Zeit für eine Verschnaufpause, oder? Ja, na klar. Aber bitte nicht allzu lange.

Spätestens nach ein paar Tagen oder Wochen empfiehlt es sich, mit dem Monitoring zu beginnen – schließlich will man ja wissen, wie der eigene Text sich entwickelt und ob sich die Arbeit gelohnt hat.

Mögliche Tools zum Monitoring

Zum Glück gibt es Tools, die die Analyse super einfach machen, zum Beispiel: 

  • Google Analytics
  • Google Search Console
  • Sistrix & Co

Besonders unkompliziert wird das Monitoring mit extra dafür erstellten Dashboards. So müsst ihr nicht immer zuerst die richtigen Reports in Analytics finden und filtern, sondern bekommt mit wenigen Klicks die aktuelle Entwicklung eurer Artikel und Landingpages angezeigt. 

Viel Spaß beim Texte schreiben, analysieren & optimieren! 🙂

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